Hobelmaschine Holzmann. Test und Erfahrungsbericht


Nach langem überlegen und vielen Recherchen habe ich mich dazu entschlossen, meine Werkstatt um eine Abricht- /Dickenhobelmaschine zu erweitern. Ich schwankte lange zwischen guten gebrauchten (made in germany) Maschinen und neuen Modellen (made in asia). Anfangs hatte ich die günstigsten Abricht- und Dickenhobelmaschinen im Blick, diese lagen zwischen 200-300€. Im Laufe meiner Suche entschied ich mich mein Budget auf 500-700€ zu erhöhen. Dies mag anfangs sehr viel erscheinen (und ist es auch), aber um meinen Ansprüchen einer guten Hobelmaschine gerecht zu werden, war dies nötig. Wer sich mit der Thematik beschäftigt wird vielleicht zur gleichen Erkenntnis kommen.
Am Ende musste ich mich zwischen zwei Hobelmaschinen entscheiden:
- gebrauchte Hobelmaschine Elektra Beckum ADH 260 (Baujahr 80er-90er), sind in der Kleinanzeigen bucht zwischen 400-700€, je nach Zustand und Leistung, zu bekommen. Ersatzteile sind noch gut erhältlich und  man kann sich auf "made in germany" verlassen.
- Hobelmaschine Holzmann HOB 260 ABS, gibt es neu für ca. 700€. Der Grundaufbau ist mit vielen Abrichthobel und Dickenhobel anderer Hersteller baugleich. Sie werden wohl alle in Asien in der gleichen Firma produziert und dann wird jeder Hobelmaschine ein anderer Aufkleber aufgeklebt.

Ich habe mich dann für die Hobelmaschine Holzmann HOB 260 ABS entschieden. Zu den Gründen will ich nicht zu viel verraten. Ich habe einen ausführlichen Test mit der Hobelmaschine durchgeführt und die Abrichthobel und Dickenhobel Funktionen getestet. Auf dieser Grundlage entsand mein ausführlicher Erfahrungsbericht zur Hobelmaschine Holzmann HOB 260 ABS. In diesem Video zeige ich euch die Vor- und Nachteile der Hobelmaschine. In dem ich die Holzmann HOB 260 ABS einem ausgiebigen Test unterziehe, will ich euch mit diesem Erfahrungsbericht die Kaufentscheidung erleichtern!


Ich habe das Gerät nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen sondern habe es selbst auf www.scheppach-holzmaster24.de erworben. Dies ist keine Produktwerbung sondern ein ehrlicher und kritischer Bericht eines Hobbyschreiners.


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Kommentare: 2
  • #1

    Dieter B (Donnerstag, 31 Mai 2018 12:06)

    Hallo Frank,
    erstmal vielen Dank für den tollen Bericht über die Holzmann 260 ABS. Du hast mir nahezu allen offenen Fragen toll beantworten können. Allein 2 Punkte wären noch offen. Wie lange nutzt du die Maschine schon und wie fällt deine Beurteilung nach dieser Zeit aus? Eigentlich ist diese Maschine, meiner Recherche nach, durch die integrierte Absaugung, ja konkurrenzlos. Wie hat sie sich bewährt? (die Absaugung)
    Ich würde mir gerne eine mit zentraler Säule zur Dickentischverstellung zulegen, aber diese Maschinen sind leider zu schwer um sie in meinen Keller tragen zu können. Normale Treppe im Wohntreppenhaus. Keller von aussen nicht zugänglich. Somit fallen meine Favoriten eigentlich alle weg. (Hammer A3, Hans Schreiner, Record Power, etc). Was aufgrund des Eigengewichtes bleibt ist die Holzmann HOB 260 ABS. Da ich mit Sicherheit "ewig" mit der Entscheidung leben muss, wäre ich sehr dankbar für diese Infos.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dieter

  • #2

    klaus peter Richter (Mittwoch, 28 November 2018 00:36)

    OK eine gute Dicken-/Abrichte Hobelmaschine kostet schon mal schnell € 3.000 und mehr. Zu glauben, die HOB 260 ABS sei ein Kompromiss geht fehl.

    Die Bedienungsanleitung ist ein Witz! Eine baugleiche Maschine von Güdde liefert das wenigstens Abhilfe mit einer excellent Anleitung.

    Die Abrichtetische sind schlecht gefertigt, da das Planschleifen mangelhaft erfolgte. Mit dem Normwinkel sieht man Lichtspalte von 0,1 - 0,2 mit der Fühllehre gemessen.

    Die Maschine die ich direkt bei Holzmann erworben habe ist in sich schief. Der klappbare Aufgabetisch ist nicht im Winkel. Was dazu führt, das man die Hobelmesser in einer horizontalen Neigung einstellen muss. Der Höhenverstellbare Tisch ist keine Referenz, da verstellbar.
    Will sagen links steht das Messer höher als rechts. Natürlich kann auch die Welle schief verbaut sein, das kann ich aber nicht messen. Es sind nur 0,2mm von denen die Rede ist, aber dies wirkt sich dann beim Aufgabetisch für das Dickenhobeln aus.

    Einstellung der Hobelmesser: Nach der nicht vorhandene Beschreibung im Manual von Holzmann, ist man aufgeschmissen. Dank Güdde sieht man was zu tun ist. Allein durch die schiefen und nicht planen Tische gerät der Einstellvorganz zum Glücksspiel.

    Thema Dickenhobeln.
    Der Aufgabetisch hat Spiel. Dies liegt an der mangelhaften Führung der Gewindestangen der Höhenverstellung. Dies führt dazu, dass der Tisch um ca. 0,3 mm nachgibt wenn das Werkstück eingezogen wird. Dadurch entsteht Hobelschlag sowohl am Anfang als auch am Ende des Werkstücks. Damit nicht genug sorgt dies dafür das der Andruck der Einzugwalzen für den Werkstücktransport unterschiedlich vom Rand zur Mitte ist. Ergebnis, das Werkstück läuft nicht durch und wird somit Opfer der weiter auf der Stelle schlagenden Hobelmesser.

    Die Absaugung ist mangelhaft. Beim Abrichten geht es gerade so, beim Dickenhobeln schlicht indiskutabel. Die Absaughaube ist fehlerhaft in der Konstruktion, da sie an den zum Dickenhobeln hochklappbaren Aufgabetisch stößt und erst nach Verformung einer Ecke mit dem Heißluftfön korrekt zu montieren war.

    Da ich dummerweise nur die 2 Wellenversion erworben habe ist das Hobelergebnis für Hartholz schlecht weil die genannten Fehler sich mit dem fehlenden Messer zu einem miserablen Hobelergebnis summieren. Bei Weichholz ist es erträglich wenn man mit all dem Vorgesagten Leben mag.


    Fazit: Um Konstruktionsholz zu hobeln, das keinerlei Anspruch auf Präzision erhebt mag es angehen. Für den Möbelbau komplett ungeeignet.